PlagScans Antwort auf den Spiegel Online Artikel “Warum Plagiatssoftware so oft danebenliegt”


PlagScan beschreibt, wie Plagiatsoftware dazu beitragen kann, Lehrende und Lernende zu unterstützen. Datenschutz ernst zu nehmen und das Urheberrecht zu befolgen sind dabei Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Mit ein bisschen Knowhow können zu hohe Ergebnisse im Plagiatbericht vermieden werden.

 

Am 01.04.2017 veröffentlichte SPON (Spiegel Online) den Artikel “Warum Plagiatssoftware so oft danebenliegt”. Da in diesem Artikel Plagiatsoftware pauschal negativ dargestellt wird, aber keine Lösungsansätze aufgezeigt werden, möchten wir hier konstruktiv die Chancen und Risiken, welche beim Einsatz einer Plagiatsoftware entstehen, darlegen. Es muss vorweg genommen werden, dass keine Plagiatssoftware intellektuelle Arbeit ersetzen kann.

 

Viele Hochschullehrer lassen Arbeiten durch irgendeine Software laufen, bekommen eine Zahl ausgegeben und sagen: “O Gott, da sind x Prozent abgeschrieben.” (Prof. Dr. Weber-Wulff)

Im Gegensatz zu Prof.Dr. Weber-Wulffs Meinung nehmen wir an, dass die Tätigkeit der Prüfenden hier nicht endet.

Stattdessen gehen wir davon aus, dass der Großteil der Studenten und der Dozenten sich intensiv mit den Arbeiten beschäftigen. Bei PlagScan-Prüfberichten werden sie dann beispielsweise über die Kommentare von PlagScan auf verdächtige Stellen hingewiesen – und können somit direkt beim Lesen entscheiden, ob eine Fundstelle relevant ist.

Bei PlagScan können folgende Punkte relevant für die Bewertung des Berichts sein:

  • Bericht ansehen und interpretieren
    • Wo sind die meisten Übereinstimmungen?
      • In der Übersicht (Plagbar) ist sichtbar, an welcher Stelle des Textes die meisten roten Passagen vorkommen.
      • Das gibt den ersten Hinweis, ob viele Übereinstimmungen am Ende des Textes (typische Position für Bibliographien) vorkommen.
        • Ist das Literaturverzeichnis ausgeschlossen? Wenn nicht, Einstellungen anpassen.
    • Sind häufig vorkommende Ausdrücke als Plagiat markiert?
      • Entweder: Phrasen ausschließen (In Einstellungen)
      • Oder: Prüf-Sensitivität mindern (in Stufen einstellbar)
    • Sind Zitate als Plagiate markiert?
      • Zitate vom Ergebnis abziehen (auch das ist einstellbar)
  • Quellen, die nicht beachtet werden sollten (z.B. eine Dokumenten-Sammlung der Universität)
    • Im Vorfeld bestimmte digitale Quellen ausschließen (Whitelist-Funktion)
    • Während des Bearbeitens im Bericht einfach den Haken neben der Quelle entfernen – somit wird diese vom Ergebnis abgezogen!

Der Pädagogische Ansatz

Diese Berichte an Studierende weiterzuleiten, hält die Informatikprofessorin für verantwortungslos. “Die können noch weniger damit anfangen, die Angaben sind sehr schwierig zu interpretieren.” (Artikel)

Für PlagScan ist dies eine Gelegenheit, an unseren pädagogischen Ansatz zu erinnern. Eine günstige Voraussetzung wäre, Studenten einen Kurs/Fachbereich für “Wissenschaftliches Arbeiten” anzubieten, in dem die hauseigenen Zitierregeln, Formalitäten, etc. gelehrt werden. Einige Universitäten bieten solche Kurse an, die von Studenten positiv angenommen werden. In diesem Rahmen kann auch das Interpretieren eines Plagiatprüfungsberichtes angeschnitten werden. Es ist ohne Weiteres möglich, Studenten wiederholt Einreichungen zu ermöglichen. So lassen sich Ungereimtheiten ausgleichen, bevor die finale Bewertung der Arbeit stattfindet. Des öfteren hören wir von Kunden nach einer kurzen Einweisung (inklusive des hauseigenen Arbeitsablaufes) sei es ohne Probleme möglich, mit der Software umzugehen und Berichte zu interpretieren.

Zudem steuert PlagScan, als Plagiatsexperte, gerne zum Lernprozess über Plagiate bei.

Beispielsweise mit frei zugänglichen

Wie verschiedene Plagiatformen mit dem Bericht interpretiert werden können, sehen Sie hier: “Den Plagiatbericht auswerten” – Youtube.

 

Beschränkter Zugang zu Internetquellen? Oder: Wie nützlich sind die Quellen der Plagiatsoftware-Anbieter?

Auf zugangsbeschränkte Internetquellen zum Beispiel kann sie nicht zugreifen. (Prof. Dr. Weber-Wulff)

Tatsächlich: PlagScan ist ausgezeichnet im Finden von Textplagiaten – aber nur, solange die Ursprungstexte auch digital vorliegen. Von den Datenquellen ist das frei zugängliche Internet am naheliegendsten (nach unseren Daten wird hier auch am meisten abgekupfert).
Um auch Bücher und Journale abzudecken, arbeiten die Anbieter mit Verlagen und anderen Rechteinhabern zusammen.
Weiterhin gibt es noch die Arbeiten der Schüler und Studenten selber. Diese könnten möglicherweise weitergereicht werden, unter Umständen sogar über geschäftsmäßige Hausarbeiten-Börsen. Um derlei Missbrauch vorzubeugen, arbeitet PlagScan beispielsweise mit dem österreichischen Bildungsministerium zusammen. Das gemeinsame Ziel ist, Abiturarbeiten (sog. vorwissenschaftliche Arbeiten) auf Plagiate zu prüfen und in einer Datenbank zu archivieren.

 

Datenschutz und Urheberrecht

Um die Inhalte vergleichen zu können, werden sie auf den Servern der Programmhersteller gespeichert. “Das verstößt gegen die gesetzlichen Grundlagen in Europa”, sagt Weber-Wulff. (Artikel)

Dem Vorwurf, dass eine Speicherung von Texten auf unseren Servern generell gegen die gesetzlichen Grundlagen verstößt, treten wir entschieden entgegen.

Rechtlich ist zu beachten, dass der Vorgang transparent ist und dem Betroffenen eine Widerrufsmöglichkeit einräumt. Der Kreis der Zugriffsberechtigten sollte eingrenzbar sein, die Nutzung einzig zum Zwecke der Plagiatsprüfung erfolgen und der Missbrauch zu anderen Zwecken ausgeschlossen sein.

Eine wichtige Schutzmaßnahme bei PlagScan ist die Anzeige von Snippets: Wird eine verdächtige Textübereinstimmung mit Inhalten eines Dritten gefunden, wird im Plagiatsbericht nur ein kurzer Textausschnitte ähnlich eines Google-Suchergebnisses angezeigt. Das Snippet enthält bei PlagScan nur die verdächtige Textpassage selbst sowie bis zu drei Wörtern Kontext um beispielsweise das Erkennen von Synonymen zu erlauben. Damit wird jedoch zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd der Volltext der potenziellen Quelle einsehbar. Der Volltextzugriff wird ausschließlich dann gewährt, wenn der Rechteinhaber diesen explizit gewährt hat.

Denkbar ist auch, dass exklusive Forschungsergebnisse in fremde Hände gelangen und missbraucht werden. “Die Dozenten verletzen die Rechte der Studenten, wenn sie Arbeiten einfach hochladen. Sie brauchen deren ausdrückliche Zustimmung”, sagt Weber-Wulff. (Artikel)

Beim Prüfen studentischer Arbeiten durch die Dozenten ist das Transparenzgebot zu beachten. Das bedeutet, dass die Betroffenen sehr genau und zeitig informiert werden müssen, was mit ihren Texten passiert: Eine automatische Textanalyse zum ausschließlichen Zwecke der Plagiatprüfung. Hierbei ist eine explizite Zustimmung, z.B. durch Unterschrift nicht notwendigerweise erforderlich. So empfiehlt PlagScan den Universitäten die Aufnahme einer entsprechenden Regelung in die Prüfungsordnungen.

 

Die Vision von PlagScan ist ein einheitlicher, fairer Standard für Alle.

Unseres Ermessens kann eine objektive Plagiatprüfung aller Abschlussarbeiten nur erfolgen, wenn diese im ersten Schritt automatisiert abläuft.

Dass Studenten verantwortungsvoller mit dem Verfassen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten umgehen, wenn sie wissen, dass diese umfassend geprüft werden, wurde im SPON-Artikel leider ignoriert.
Doch der Erkenntnisprozess ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Forschung und diesen gilt es, nicht zu ignorieren, sondern zu unterstützen. Mit unserem pädagogischen Ansatz im Hinterkopf: Wir sehen PlagScan als Baustein in diesem Prozess.

 

Quelle: Spiegel Online (Unispiegel), 01.04.2017, http://www.spiegel.de/spiegel/unispiegel/studium-warum-plagiatssoftware-so-oft-danebenliegt-a-1136029.html

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