Trends im Bildungswesen 2020: Ein Ausblick


Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Entsprechend möchten wir einen Ausblick wagen, welche Trends im Bildungswesen im Jahr 2020 globale Auswirkungen haben könnten.

Die letzten Jahren haben vor allem zwei Megatrends die globale Entwicklung von Bildung und deren Standards geprägt: Digitalisierung und Globalisierung sind die zwei treibenden Kräfte hinter der Lehre und der Forschung. Gleichermaßen führen sie aber auch zu großen Herausforderungen vor allem im sekundären und tertiären Bildungsbereich, speziell im Hochschulwesen. Betrachtet man das Wachstum der Hochschulbildung als Markt im Rahmen der „Massification of Education“ ¹ und der stark wachsenden EdTech-Industrie, lässt sich sicher vorhersagen, dass Digitalisierung und Globalisierung auch 2020 und darüber hinaus das Bildungswesen beeinflussen werden.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Technologien jenseits des Whiteboards

Das Zeitalter der digitalen Veränderungen und Disruptionen brach bereits vor dem Jahr 2019 an. Millionen Bücher, Artikel und andere Ressourcen der letzten Jahrzehnte sind online verfügbar. In Sachen Hardware nutzen SchülerInnen, Studierende und Lehrkräfte Whiteboards, Laptops und Tablets. Wachsende Informationsarchitektur und Lernplattformen spielen eine immer größere Rolle als zuvor. Im nächsten Jahr werden allerdings die Aspekte noch wichtiger, die in der Regel als „künstliche Intelligenz“ und „maschinelles Lernen“ bezeichnet werden.

Diese Technologien werden Lehrende zusehends dabei unterstützen, bestimmte Aufgaben Programmen zu überlassen und so zu „outsourcen“. Dies schafft freie Zeit, die man weiter in Forschung oder die Förderung von SchülerInnen und Studierenden investieren kann.

Globalisierung und Interkonnektivität: Auswirkungen der „Gig Economy“ auf die Bildung

Immer mehr Studierende schreiben sich an Hochschulen in Ländern ein, die nicht ihre Herkunftsländer sind. Dank ihres kulturellen Hintergrunds, bringen diese neue und diverse Aspekte des Lernens, Lehrens und Forschens in Ausbildungsstätten weltweit ein. Davon kann die akademische Welt enorm profitieren.

Andererseits kann das Studieren im Ausland enormen Druck auf die mentale Gesundheit von Studierenden haben: Sie müssen gute Leistungen erbringen und einen Abschluss erreichen. Gerade die „Ghostwriting“-Industrie im akademischen Bereich profitiert von diesem Druck. Die Kombination aus steigender Studierendenzahl und der wachsenden Verfügbarkeit von Ghostwritern, die ihre Dienstleistungen online anbieten, werden eine noch größere Berdrohung für die Bildungsqualität.

Vielfältige Möglichkeiten, das Bildungswesen 2020 weiter zu formen.

Werden Software-Lösungen wie Plagiatserkennung, Autorenverifizierung, Benotungssoftware und Lernplattformen intelligent eingsetzt, können zeitfressende Aufgaben und Prozesse automatisiert werden; und dabei SchülerInnen und Studierende identifiziert werden, die eventuell weitere Förderung und Unterstützung benötigen.

Am Ende bleibt künstliche Intelligenz, wie der Name vermuten lässt, künstliche. Es liegt an uns, sie als Werkzeug einzusetzen, wertvolle Zeit wieder verfügbar zu machen, um diese gezielt in die Bildung der Menschheit investieren zu können.

Quellen

¹ Calderon, Angel. (2018). Massification of higher education revisited.

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