Ghostwriting Services werden immer zugänglicher und deshalb problematischer in der Hochschulbildung


Ghostwriting und Schreibservices, die Studierenden Haus- oder auch ganze Abschlussarbeiten verkaufen sind durch das Internet und zahlreiche Werbeangebote immer attraktiver für Schüler und Studenten. Die Branche ist im Aufschwung und geschickte Schreiber haben schnell gemerkt, wie viel Geld sie durch das Verkaufen akademischer Arbeiten machen können.

Nachdem die ZEIT Campus 2015 einen intensiven Bericht über die Ghostwriting Industrie veröffentlichte, sucht das Magazin nun nach Studierenden oder Absolventen, die schon mal einen Ghostwriting Service in Anspruch genommen haben. In einer Leserumfrage möchte die ZEIT unter anderem wissen, ob diejenigen, die jemals eine Arbeit gekauft haben, ihre Entscheidung bereuen, wie viel sie bezahlt haben und ob sie damit davon kamen. Für uns bei PlagScan werden die gesammelten Ergebnisse natürlich höchst interessant sein.

Als Plagiat Checker steht PlagScan für Originalität und die Förderung von kreativem Schreiben und Denken. Ghostwriting Services sind ein dunkler Schatten in der Hochschulbildung und ermöglichen es Studierenden einen Abschluss zu erlangen, ohne die dafür notwendige Arbeit geleistet und Fähigkeiten entwickelt zu haben. Studierende können beispielsweise auch einfach die Arbeit von Freunden oder Verwandten abgeben, die ihre Hilfe anbieten. Wenn die Mehrheit der Studierenden sich mit fremden Federn schmückt, würde die Qualität der akademischen Abschlüsse deutlich sinken, da kritisches Denken, Lernfortschritte und eigene Leistungen fehlen.

Lehrer und Professoren, die PlagScan verwenden, erwähnen wiederholt, dass ihnen bei Arbeiten einiger ihrer Lernenden der Schreibstil ins Auge fällt. Dann handelt es sich mitunter nicht um duplizierte Inhalte sondern ein Original – aber von einem anderen Autor (“Ghostwriter”). Wir haben bereits eine Stilerkennung entwickelt und werden diese bis Ende 2018 in unsere Software einbauen. Lehrerinnen und Lehrer werden dann also eine automatische Warnung von PlagScan erhalten, falls Schüler Arbeiten einreichen, die nicht ihrem Schreibstil entsprechen.

Dennoch wollen wir betonen, dass eine solche Technologie niemals zu 100% akkurat sein kann. Bei einer Stilometrie-Warnung sollten Prüfende nicht sofort von einem Betrug ausgehen. Sie liefert vielmehr einen Anlass das Wissen der Lernenden noch einmal im Nachgang zu testen, ob die Inhalte des eingereichten Textes auch tiefgreifend verstanden sind, wie man es vom selbstständig arbeitenden Autor erwarten würde.

Zwar kann PlagScan noch keine gekauften Arbeiten ausfindig machen, aber wir entwickeln eine Stilmesstechnik, die es bald ermöglicht, den Schreibstil eines Schülers zu analysieren und mit neuen Arbeiten zu vergleichen. Ein Ansatz zur Erkennung von Ghostwriting besteht darin, nach forensischer Linguistik Ausschau zu halten und zu beurteilen, ob der Text des Autors zu seinem/ihrem früheren Werk passt. Dazu werden in der Stilometrie Faktoren wie Satzlänge, Wortschatz und Syntax analysiert. Um den Prozess zu automatisieren, müssen also zunächst einige Schreibexemplare jedes Schülers oder Studenten einer Institution hochgeladen und linguistisch verglichen werden. Bei der konsequenten Nutzung digitaler Einreichungen erledigt sich das von selbst. Alternativ sind die Werke zu sammeln und manuell hochzuladen, was evtl. zeitaufwändig sein kann – sich aber im Endeffekt auch lohnen wird.

Die Autorenprüfung basierend auf der Stilometrie-Analyse wird PlagScan als Schlüsselfunktion  zur Erkennung von Plagiaten ergänzen. Eine erste öffentliche Beta-Version werden wir zum Jahresende anbieten.


Über Cati Mayer

Cati ist PlagScans Kommunikationsmanagerin und setzt sich nebenbei für Menschenrechte, insbesondere Bildung ein. Sie ist in Deutschland aufgewachsen hat aber ihr Studium in Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalismus und Public Relations in den USA abgeschlossen. In Kalifornien hat sie für mehrere Startup Unternehmen gearbeitet.

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2 Gedanken zu “Ghostwriting Services werden immer zugänglicher und deshalb problematischer in der Hochschulbildung

  • Ansgar Schäfer

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    als sofort mögliche und unkomplizierte Maßnahme fände ich es wünschenswert, wenn PlagScan die Werbung von Ghostwritern mit PlagScan unterbinden würde. Beispielsweise wirbt Acad Write (https://www.acad-write.com) mit PlagScan-Logo auf seiner Homepage (Stand 1.8.2018). Entweder ist die Agentur Kunde von PlagScan – dann frage ich mich, welche Haltung PalgScan wirklich zum Ghostwriting hat (etwa symbiotisch?) oder sie ist nicht Kunde, dann sollte es Ihnen vornehmste Aufgabe sein, die irreführende Werbung zu unterbinden. Eine Möglichkeit den Gebrauch von PlagScan zum Ghostwriting vorzubeugen wäre, PlagScan nur an Institutionen oder nachgewiesenermaßen an Lehrpersonal von Bildungsinstitutionen zu verkaufen. Vielleicht wäre es auch möglich, in die AGB eine Verwendungsverbot für Ghostwriting-Praktiken aufzunehmen, was Ihnen ein Kündigungsrecht einräumen würde?

    Freundliche Grüße
    Ansgar Schäfer

    • Cati Mayer Autor des Beitrags

      Vielen Dank für Ihren Kommentar! Wir sprechen uns natürlich immer gegen Ghostwriter und ähnliche Dienstleister aus, die gegen akademische Integrität verstoßen, da diese konträr zu unseren Zielen stehen. In naher Zukunft wollen wir dies auch in unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen festhalten. Wir stimmen Ihnen also absolut zu und werden sobald es uns möglich ist, dagegen vorgehen.