Schockierende Zahlen für Großbritanniens Bildungssektor


England ist für herausragende Bildungseinrichtungen wie Oxford und Cambridge bekannt. Tausende von internationalen Studenten besuchen die renommierten britischen Universitäten mit dem Ziel, den guten Ruf der britischen Bildung zu ihrem Vorteil zu nutzen.  

Aber diese Woche läuten bei Bildungsexperten in Großbritannien die Alarmglocken bezüglich des britischen Bildungsstandards. Schockierende Zahlen wurden von der britischen Zeitung “The Guardian” veröffentlicht. Auch internationale Magazine, wie “Der Spiegel” widmen sich den Schlagzeilen.

Die Zeitung veröffentlichte eine Studie über 24 führende britische Bildungseinrichtungen – darunter die auch die Universitäten Oxford und Cambridge – und stellte fest, dass das akademische Fehlverhalten in den letzten drei Jahren um 40 Prozent zugenommen hat.

The Guardian berichtet, dass Bildungsexperten ihre Besorgnis über die Ergebnisse zum Ausdruck gebracht haben und davor warnen, dass die Institutionen das Problem ignorieren.

Abnehmende Qualität von Abschlüssen

Laut Thomas Lancaster, einem Senior Teaching Fellow am Imperial College London, der von The Guardian zitiert wurde, könnten die Gründe für den Anstieg des akademischen Fehlverhaltens im zunehmenden Leistungsdruck für Studenten liegen.

Um dem Stress des akademischen Drucks der Studenten zu begegnen, bieten Ghostwriter und Schreibdienste attraktive Angebote und einen einfachen Ausweg an. Einige Experten haben das Problem der sogenannten “Essay Mills” längst erkannt, die mit intensiven Marketingstrategien sogar Universitätsgelände besuchen und vor Ort für ihre Dienstleistungen werben.

The Guardian zitiert ein Mitglied der Quality Assurance Agency (QAA), Ian Kimber, der sagt, dass die steigende Zahl von Studenten, die während ihrer akademischen Laufbahn betrügen, Englands guten Ruf der Hochschulbildung ernstzunehmend bedroht.

“Ein Leitfaden für Universitäten und Hochschulen, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, bietet praktische Ratschläge zur Erkennung und Bekämpfung von akademischem Betrug”, sagt er, “aber es ist klar, dass es noch mehr zu tun gibt.

Plagiieren spielt eine Hauptrolle im akademischen Fehlverhalten

Nicht nur “faule” Schüler plagiieren, sondern auch ehrgeizige Schüler, die alles dafür tun, ihre gewünschten Noten zu erreichen. Selbst wenn die Studenten von kostspieligen Schreibdiensten absehen – viele kopieren fremde Inhalte ohne Quellenverweis oder geben gestohlene Inhalte sogar als ihre eigenen aus.

“Die Prävention und Erkennung von Plagiaten ist eine komplexe Aufgabe”, sagt Markus Goldbach, CEO von PlagScan. “Allein die Verwendung einer Plagiatsoftware kann ein integraler Bestandteil der Bildungsqualität sein.”  

Das Bewusstsein, dass eine Software zur Erkennung von Plagiaten an einer Institution verwendet wird, würde die Mehrheit der Studierenden davon abhalten zu kopieren, da es die Versuchung des Plagiierens deutlich reduziert.

Des Weiteren ist eine Plagiatsoftware in der Lage, in kürzester Zeit hunderte von Dokumenten gleichzeitig auf Duplikate zu prüfen. Die Arbeitszeit von Lehrern und Professoren würde kaum in Anspruch genommen werden, sodass sie sich auf die eigentlichen Inhalte der Arbeiten konzentrieren können.

Außerdem behandelt eine Software alle Arbeiten gleich und erschafft einen Standard, der für alle gilt. Dieser würde helfen, wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden und die Schülerinnen und Schüler einheitlich über akademisches Arbeiten aufzuklären.

“Die Einführung eines fairen Standards, bei dem alle Arbeiten auf Plagiate untersucht werden, ist der richtige Weg”, sagt Goldbach.

Kann Ghostwriting aufgespürt werden?

Laut Goldbach ist die Erkennung von Ghostwriting ein anspruchsvolleres Problem. Um festzustellen, ob ein Schüler einen fremden Text eingereicht hat, muss der Schreibstil der Person identifiziert und zum Vergleich gespeichert werden. Eine spezifisch kreierte künstliche Intelligenz für Schreibstile könnte erkennen, ob ein Dokument zum Schreibstil des Schülers passt oder nicht.

“Der Prozess wirft einige Datenschutzfragen auf, die zuerst gelöst werden müssen, aber wir bei PlagScan untersuchen dieses Verfahren und haben begonnen, an möglichen Lösungen zu arbeiten”, sagt Goldbach.

Bevor das Problem des Ghostwritings angepeilt werden kann, können Bildungsinstitute zunächst auf reguläre Plagiatserkennung zugreifen und somit zunächst schnelle Abhilfe schaffen.

“So viele angesehene Persönlichkeiten wurden bereits bei der Plagiierung ihrer Dissertation erwischt”, sagt Goldbach. “Dabei ist es so einfach das Problem anzugehen, bevor es auftritt.”


Über Cati Mayer

Cati ist PlagScans Kommunikationsmanagerin und setzt sich nebenbei für Menschenrechte, insbesondere Bildung ein. Sie ist in Deutschland aufgewachsen hat aber ihr Studium in Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalismus und Public Relations in den USA abgeschlossen. In Kalifornien hat sie für mehrere Startup Unternehmen gearbeitet.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *